Kosmische Vergebung

28.07.2010 - 08:29

Tag für Tag verkaufen Menschen ihre Seele. Es ist ein Teil dessen, wie Gesellschaften funktionieren. Unsere heutige menschliche Gesellschaft basiert auf dem Verlust der Seele. Seit Äonen zwingen Gesellschaften ihre Mitglieder, sich an soziale Normen anzupassen. Um wirtschaftlich, sozial und politisch zu überleben, werden folglich Menschen gezwungen, das zu ersetzen, womit sie geboren wurden. In anderen Worten, sie müssen ihre Seele loswerden, um in der Welt, wie wir sie kennen, zu überleben.

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Ich bitte Sie an dieser Stelle, den Mut zu haben und weiter zu lesen. Falls Sie den Wunsch nach einer tiefen Veränderung im positiven Sinne verspüren und, noch viel wichtiger, nach einer positiven Veränderung der Gesellschaft um Sie herum, müssen Sie sich mit der Wahrheit auseinandersetzen. Wir alle müssen uns mit der Wahrheit auseinandersetzen, denn nur dann kann jeder bzw. jede von uns wahrhaftig wieder zu dem menschlichen Wesen werden, das wir waren, ehe wir unsere Seele aufgegeben haben.

In unserer sozialen Welt gibt es eine einfache Formel:

„Lösche die Seele aus um zu überleben“.

Lassen Sie uns anhand eines ziemlich offenkundigen Beispiels untersuchen, wie das „Auslöschen“ der Seele funktioniert. Was passiert, wenn Soldaten eine Kampfausbildung erhalten? Wenn man einen Soldaten darin ausbilden will, seine Mitmenschen zu töten, muss man zunächst sicherstellen, dass dieser Soldat seine eigene Menschlichkeit verachtet und hasst. Umgekehrt bedeutet das: Eine Person, welche die Menschlichkeit in sich selbst nicht verachtet, wird andere Menschen nicht töten.

Es muss demzufolge eine sehr grundlegende Veränderung im menschlichen Bewusstsein stattfinden, damit ein Mensch bereit ist, seine eigenen Gefährten oder Gefährtinnen zu töten. Der Begriff zur Beschreibung einer solchen Bewusstseinsveränderung ist Selbsthass. Man muss sich selbst verachten und hassen, um die Liebe, die man für seine Mitmenschen empfindet, zu verleugnen.

Aus diesem Grund muss die Grundausbildung in jeder Armee, die ernsthaft in die Schlacht ziehen will, auch eine Art Selbsthass-Programm beinhalten. Feldwebel, die für diese Ausbildung zuständig sind, sind sehr spezielle Menschen. Sie müssen dem Auszubildenden im wahrsten Sinne des Wortes Selbstverachtung einflössen, da dieser ansonsten nicht bereit wäre zu töten. Der Auszubildende muss lernen, sich selbst zu verachten. Folglich gibt er seine Seele auf.

Wie kann es sein, dass BP Erdölbohrungen vorgenommen hat, die einen Grossteil der Ökosysteme unserer Erde zerstören können?

Die Führungskräfte der Industrie brauchen ebenfalls ein sehr spezielles Programm, ähnlich dem Programm zur Kampfausbildung von Soldaten. Sie müssen lernen, ihre eigene Seele so sehr zu verachten, dass sie bereit sind, Risiken im Hinblick auf unsere Umwelt einzugehen - unsere Umwelt, welche die Zukunft der Menschheit unterstützen und sichern soll.

Diese „Ausbildung“ ist die normale Vorbereitung für die Geschäftswelt. Man lernt beispielsweise, den Dollar, Yen, Euro oder das englische Pfund auf Kosten der eigenen Menschlichkeit zu „verehren“. Das heisst, Menschen in der Geschäftswelt verkaufen ihre eigene Seele, um finanziellen Gewinn zu erzielen.

Die Seele ist nicht individuell. Ein passendes Synonym für das Wort Seele ist Menschlichkeit.

Wie konnten Menschen in Ruanda „lernen“, in nur 100 Tagen 800.000 ihrer Mitmenschen zu töten?

Roméo Dallaire beschreibt, wie einfach dies geschieht:

„Was würden Sie tun, wenn Sie die Wahl hätten, entweder einen Ihrer Nachbarn mit der Machete zu zerstückeln oder innerhalb des nächsten Augenblickes sterben zu müssen? Jemand erschiesst vor Ihren Augen ein Kind und sagt dann zu Ihnen, dass er dasselbe auch mit Ihnen tun wird, wenn Sie nicht innerhalb der nächsten drei Sekunden die Machete in die Hand nehmen. Nehmen Sie die Machete in die Hand und bringen Ihren Nachbarn um, oder entscheiden Sie sich für Ihren eigenen unmittelbaren Tod?“

Ich kann mir gut vorstellen, dass Sie als Leser nicht mit einer derartigen Entscheidung konfrontiert werden möchten. Möglicherweise möchten Sie sich aber einfach nur die Situation vorstellen, um die ultimative Frage besser verstehen zu können; eine Frage, die Tausenden von Ruandern, die zuvor noch friedlich waren, gestellt wurde: Gib deine Seele auf oder stirb!

Die Welt könnte nicht existieren, wie sie es heute tut, wenn Menschen nicht ihre Seele verkauft hätten. Wie kann die deutsche Regierung behaupten, dass die „Wirtschaftskrise“ gut überstanden sei, wenn gleichzeitig ein immer grösser werdender Prozentsatz der deutschen Bevölkerung an Unterbeschäftigung, Arbeitslosigkeit oder Armut leidet? Die Antwort ist sehr einfach: Man verleugnet sowohl die eigene Menschlichkeit, als auch die Wichtigkeit und Bedeutung seiner Mitmenschen. Das wirtschaftliche Wohl der Grossbanken spielt eine weitaus wichtigere Rolle als das Wohlergehen der Allgemeinbevölkerung. „Es ist eine Frage der Definition“, werden viele sagen.

Falls Ihre Definition von Wohlergehen mit dem Ignorieren der Bedürfnisse und der Freude der Massen gleichzusetzen ist, haben Sie Ihre eigene Seele „verkauft“. Fast Keiner überlebt heutzutage in der politischen Welt, ohne dies zu tun.

Wie heilt man den „Verkauf“ der eigenen Seele?

Der Schlüssel ist Vergebung. Indem wir den Weg zurück in unsere Menschlichkeit finden, geschieht Heilung.

Was ist Menschlichkeit?

Menschlichkeit bedeutet, kontinuierlich zu erkennen, dass alles eins ist, und diese Erkenntnis im Alltag zu leben. Südafrika hat durch die Umsetzung dieses Grundsatzes beachtliche Heilung erfahren. Nach dem Ende der Apartheid war dieser Grundsatz das „Mittel“, welches die Wahrheits- und Versöhnungskommission in ihrer Bemühung um Heilung unter den zerstrittenen Bevölkerungsgruppen eingesetzt hat.

Wahre Vergebung geschieht nur dann, wenn wir erlauben, dass die Liebe des Kosmos wieder zu uns zurückkommt. Schauen wir einmal in einer wolken- und mondlosen Nacht in den Himmel. Können wir fühlen, wie riesig der Kosmos ist? Wie gross ist die Distanz zwischen uns und den Sternen? Es gibt noch weitaus mehr in unserem Universum als die Ereignisse auf der Erde. Es gibt etwas viel Grösseres.

Erlauben wir, dass das, was letztendlich riesig ist, das Kleine in uns aufnimmt. Das bedeutet, dass wir es einfach nur in die „offenen Arme“ des Kosmos geben. Der Hass, der dafür sorgt, dass wir unsere Seele verlieren, ist klein. Mehr noch, er ist winzig im Vergleich zur riesigen Liebe des Kosmos.

Das göttliche Selbst wird sich in uns entfalten. Indem wir uns diesem hingeben, werden wir Vergebung und Heilung erfahren. Durch den Kontakt mit dem göttlichen Selbst können wir unsere Seele wieder finden.

Andrew Terker

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